Die wichtigsten Basis-Signale für das Lauftraining
Für das sichere Joggen brauchst du einen verlässlichen Rückruf und eine solide Leinenführigkeit. Diese Grundlagen aus dem Hundeführerschein sorgen dafür, dass dein Hund auch bei Ablenkung bei dir bleibt.
Das gemeinsame Joggen mit deinem Hund ist eine völlig andere Situation als der gemütliche Alltagsspaziergang. Durch deine höhere Geschwindigkeit und die dynamischen Bewegungen steigt beim Hund oft der Erregungslevel. Er schüttet vermehrt Adrenalin aus und ist dadurch anfälliger für Ablenkungen wie auffliegende Vögel oder raschelndes Laub. Genau hier greift das Wissen, das du bei der Vorbereitung auf den Hundeführerschein erwirbst. Die dort trainierten Basis-Signale sind dein Sicherheitsnetz für das Lauftraining.
Der absolut wichtigste Befehl ist ein verlässlicher Rückruf. Besonders wenn du in Gebieten unterwegs bist, in denen Freilauf gestattet ist, wie es in einigen Regionen in Niedersachsen außerhalb der Brut- und Setzzeit der Fall ist, muss der Rückruf blind sitzen. Dein Hund muss lernen, seine eigene Laufbewegung sofort abzubrechen und zu dir zurückzukehren.
Neben dem Rückruf ist die Orientierung an dir von entscheidender Bedeutung. Dein Hund sollte auf das Signal "Fuß" oder ein ähnliches Kommando hin seine Geschwindigkeit an dein Tempo anpassen können, ohne vorzupreschen oder plötzlich stehen zu bleiben. Folgende Signale solltest du vor dem ersten Lauf intensiv üben:
- Stopp-Signal: Der Hund hält sofort an, idealerweise auf Distanz.
- Tempowechsel: Der Hund lernt, auf Zuruf langsamer zu werden.
- Seitenwechsel: Der Hund wechselt auf Kommando hinter dir auf deine andere Seite.
Diese Grundkommandos sorgen dafür, dass ihr als Team funktioniert und du nicht über deinen eigenen Hund stolperst, wenn er plötzlich entscheidet, an einem interessanten Baum zu schnüffeln.
Richtige Leinenführung beim Joggen anwenden
Nutze einen gut sitzenden Bauchgurt und eine Ruckdämpferleine, um deinen Hund sicher zu führen. Die im Training gelernte Impulskontrolle verhindert dabei gefährliches Rucken an der Leine.
Wer seinen Hund beim Joggen an einer klassischen Führleine in der Hand hält, riskiert nicht nur eine ungesunde eigene Körperhaltung, sondern auch Stürze. Eine asymmetrische Armbewegung führt zu Verspannungen im Schulterbereich und beeinträchtigt deinen Laufstil. Die Lösung ist ein spezielles Lauf-Equipment, bestehend aus einem breiten, gepolsterten Bauchgurt für dich und einem gut sitzenden Zuggeschirr für deinen Hund. Verbunden werdet ihr durch eine Leine mit integriertem Ruckdämpfer.
Diese elastische Ruckdämpferleine fängt plötzliche Tempowechsel weich ab und schont die Wirbelsäule von Mensch und Tier. Dennoch ersetzt die beste Ausrüstung keine gute Erziehung. Ein Hund, der unkontrolliert in die Leine springt, kann dich beim Laufen leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Hier kommt die Impulskontrolle ins Spiel, die ein zentraler Bestandteil vieler Vorbereitungskurse ist. Dein Vierbeiner muss lernen, Reizen zu widerstehen und nicht jedem Eichhörnchen hinterherzujagen.
Wenn du beispielsweise im Stadtwald von Köln läufst, wo viele Reize wie andere Sportler, Kinderwägen oder frei laufende Tiere auf deinen Hund einprasseln, zahlt sich dieses Training aus. Dein Hund sollte verinnerlicht haben, dass die Leine locker durchhängen muss, auch wenn ihr gemeinsam Tempo macht. Ziehe ihn nicht aktiv mit dir mit und lass dich nicht von ihm unkontrolliert durch den Wald ziehen. Das gemeinsame Laufen an der Leine erfordert Rhythmus und ständige feine Kommunikation über die Körpersprache, damit beide Parteien die sportliche Einheit genießen können.
Entspannte Begegnungen mit anderen Joggern und Hunden
Bei Begegnungen nimmst du deinen Hund eng auf die abgewandte Seite. Das vorausschauende Handeln aus der Sachkundeprüfung hilft dir, Konfliktsituationen frühzeitig zu entschärfen.
Wenn du mit deinem Hund im Laufschritt unterwegs bist, näherst du dich anderen Menschen und Tieren deutlich schneller als beim Gehen. Das kann bei entgegenkommenden Spaziergängern, Radfahrern oder Hunden zu Schreckmomenten führen. Einer der wichtigsten Leitsätze aus der Sachkundeprüfung ist das vorausschauende Handeln des Halters. Du hast die Pflicht, Situationen frühzeitig einzuschätzen und so zu agieren, dass niemand belästigt oder gefährdet wird.
Die Grundregel bei jeder Begegnung lautet: Nimm deinen Hund immer auf die Seite, die der entgegenkommenden Person abgewandt ist. Du fungierst dabei als eine Art Schutzschild und Puffer zwischen deinem Hund und dem Passanten. Dieses Manöver signalisiert anderen Menschen Rücksichtnahme und gibt auch deinem eigenen Hund Sicherheit, da du die Führung übernimmst. Gerade auf stark frequentierten Laufstrecken, etwa rund um den Maschsee in Hannover, ist dieses strukturierte Vorgehen unerlässlich, um Konflikte im Vorfeld zu vermeiden.
Siehst du einen anderen Hund auf euch zukommen, drossele dein Tempo. Das schnelle Auf-einander-Zulaufen wird in der Hundesprache oft als unhöflich oder sogar provokant empfunden. Wechsle im Zweifel in den normalen Schritt, nimm deinen Hund kurz zu dir und belohne ihn für ruhiges Verhalten. Erst wenn ihr die Situation entspannt passiert habt, nehmt ihr gemeinsam wieder das Lauftempo auf. Durch diese Routine lernt dein Hund, dass von Begegnungen beim Joggen keine Aufregung ausgeht und er sich völlig auf dich verlassen kann.
Gesundheit und Kondition des Hundes beachten
Achte auf das Alter und die Fitness deines Hundes, bevor du mit dem Lauftraining beginnst. Welpen und Hunde mit Gelenkproblemen dürfen nicht über längere Strecken joggen.
Nicht jeder Hund ist von Natur aus ein ausdauernder Marathonläufer. Bevor ihr überhaupt die Laufschuhe schnürt, muss die körperliche Eignung deines Hundes geklärt sein. Welpen und Junghunde sind absolut tabu für das Lauftraining. Ihre Knochen, Sehnen und Gelenke befinden sich noch im Wachstum, und monotone, ausdauernde Belastungen können zu schweren Spätschäden führen. Je nach Rasse sollte ein Hund mindestens 12 bis 18 Monate alt sein, bevor er dich beim Joggen begleiten darf. Auch bei älteren Hunden oder Tieren mit bekannten Gelenkproblemen wie Arthrose ist Vorsicht geboten.
Zudem spielt die Rasse eine große Rolle. Lauf- und Hütehunde bringen meist eine hervorragende Grundkondition mit, während sehr schwere Rassen oder kurzköpfige Hunde schnell an ihre gesundheitlichen Grenzen stoßen. Hunde können nicht wie Menschen über die Haut schwitzen, sondern regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln. Jogge daher niemals in der prallen Mittagshitze.
Der Trainingsaufbau sollte genau wie beim Menschen langsam erfolgen. Beginne mit Intervalltraining: Wechsele zwischen normalem Gehen und kurzen Trab-Phasen von wenigen Minuten. Beobachte deinen Hund dabei genau. Hängt die Rute tief, hechelt er extrem stark oder fällt er hinter dich zurück, ist das ein klares Zeichen für Überlastung. Steigere die Distanz nur in kleinen Schritten von Woche zu Woche und sorge dafür, dass dein Hund vor und nach dem Lauf ausreichend Zugang zu frischem Trinkwasser hat. Ein gesunder, gut trainierter Hund wird das gemeinsame Laufen lieben und als großartige Bindungsarbeit wahrnehmen.
Für den Fall, dass du dich optimal auf all diese Anforderungen und weitere Alltagssituationen vorbereiten möchtest, findest du nützliche Informationen zur Vorbereitung und Prüfung auf hundefuehrerschein24.de.



