Grundgehorsam als Basis für den Reitbegleithund
Der Hundeführerschein legt den wichtigsten Grundstein für den Reitbegleithund. Er garantiert, dass dein Hund auch bei starken Reizen wie schnellen Pferden verlässlich auf dich hört.
Ein entspannter Ausritt mit Hund und Pferd ist für viele Reiter ein großer Traum. Bevor du diesen Traum in die Realität umsetzen kannst, steht jedoch ein solides Fundament an erster Stelle: der bedingungslose Grundgehorsam deines Hundes. Ein Pferd ist von Natur aus ein Fluchttier und reagiert instinktiv auf plötzliche Bewegungen oder laute Geräusche. Dein Hund muss daher in jeder Situation abrufbar und kontrollierbar bleiben.
Genau hier setzt das Training für den Hundeführerschein an. Es vermittelt dir und deinem Vierbeiner die wesentlichen Grundlagen, die im Umgang mit großen Tieren überlebenswichtig sind. Zu den wichtigsten Kommandos zählen der sichere Rückruf, das verlässliche "Sitz" oder "Platz" auf Distanz sowie eine entspannte Leinenführigkeit. Wenn dein Hund lernt, Reize wie vorbeifahrende Radfahrer, spielende Kinder oder aufspringendes Wild zu ignorieren, wird er auch mit der Dynamik eines Pferdes deutlich besser umgehen können.
Ein gut ausgebildeter Hund weiß, dass er sich an dir orientieren muss, selbst wenn die Umgebung spannend oder hektisch ist. Der Hundeführerschein prüft genau diese Alltagstauglichkeit unter starker Ablenkung. Besteht dein Hund diese Prüfung, hast du die Gewissheit, dass die Basis für die weitere Ausbildung zum Reitbegleithund gefestigt ist. Du vermeidest so gefährliche Situationen, in denen der Hund beispielsweise bellend auf das Pferd zurennt oder beim Angaloppieren seinen Jagdtrieb entdeckt. Nimm dir also die Zeit für dieses Grundlagentraining – es ist die beste Lebensversicherung für dich und deine Tiere.
Gewöhnung an den Reitstall und die Pferde
Bevor es ins Gelände geht, muss dein Hund den hektischen Alltag im Stall kennenlernen. Hier lernt er, entspannt zu bleiben und einen Respektabstand zum Pferd einzuhalten.
Bevor du überhaupt daran denkst, vom Sattel aus mit deinem Hund durch den Wald zu streifen, muss er den Alltag im Reitstall kennenlernen. Ein Stall ist voller ungewohnter Reize: Traktoren fahren umher, Schubkarren klappern, fremde Menschen gehen ein und aus, und überall stehen große, teils unruhige Pferde. Für deinen Hund ist das eine Reizüberflutung, an die er sich behutsam gewöhnen muss.
Beginne die ersten Besuche im Reitstall immer angeleint. Lass deinen Hund die neuen Gerüche aufnehmen, halte aber ausreichend Abstand zum Trubel. Ein zentrales Element dieser Phase ist das Erlernen eines festen Ruheplatzes. Dein Hund sollte fähig sein, entspannt auf einer Decke oder an einem sicheren Ort am Anbinder zu warten, während du dein Pferd putzt oder sattelst.
Gleichzeitig findet die direkte Annäherung an das Pferd statt. Hier ist absolute Vorsicht geboten. Der Hund muss verinnerlichen, dass Pferde keine Spielkameraden sind. Ein respektvoller Abstand ist unerlässlich, besonders zum empfindlichen Hinterhandbereich des Pferdes, um lebensgefährliche Tritte zu vermeiden. Belohne ruhiges, desinteressiertes Verhalten deines Hundes in der Nähe des Pferdes großzügig.
Viele Reiter, die in ländlicheren, pferdereichen Regionen leben, nutzen diese Zeit intensiv. Gerade wenn du beispielsweise auf einem der vielen Reiterhöfe für deinen Hundeführerschein in Münster trainierst, kannst du die Umgebung ideal nutzen, um Hofhunde und fremde Pferde in sicherer Distanz zu beobachten. Das Ziel ist immer dasselbe: Das Pferd soll für den Hund zur alltäglichen Normalität werden, die weder Jagdverhalten noch Angst auslöst.
Schritt für Schritt zum sicheren Ausritt
Das gemeinsame Training beginnt am Boden bei geführten Spaziergängen mit Pferd und Hund. Erst wenn das fehlerfrei klappt, steigst du in den Sattel und gibst Kommandos von oben.
Sobald sich dein Hund im Stallumfeld sicher und unaufgeregt bewegt, beginnt das eigentliche Training als Reitbegleithund. Dieser Prozess erfolgt immer schrittweise und startet zunächst auf dem Boden. Nimm dein Pferd an den Führstrick und deinen Hund an die Leine. Geht gemeinsam spazieren. So lernen beide Tiere, sich im gleichen Tempo fortzubewegen und die Individualdistanz des anderen zu akzeptieren. Achte darauf, dass der Hund immer auf Höhe des Pferdekopfes oder der Schulter läuft – niemals dicht hinter dem Pferd.
Klappt das geführte Spazierengehen problemlos, kannst du eine Hilfsperson hinzuziehen. Jemand anders reitet dein Pferd, während du als vertraute Bezugsperson mit dem Hund auf dem Boden mitläufst. Dies gewöhnt den Hund an das Bild eines Reiters und die veränderten Bewegungsabläufe.
Der letzte große Schritt ist der Wechsel in den Sattel. Bedenke, dass deine Stimme von oben anders klingt und deine Körpersprache für den Hund schwerer zu lesen ist. Übe daher zunächst auf einem eingezäunten Reitplatz. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört nun:
- Kommandos auf Distanz: Dein Hund muss "Sitz" und "Platz" sofort ausführen, auch wenn du auf dem Pferd sitzt und dich wegbewegst.
- Richtungswechsel: Bringe dem Hund bei, auf Kommando die Seite zu wechseln (z. B. "Rüber"), damit er nicht vor die Pferdebeine läuft.
- Tempokontrolle: Der Hund muss lernen, bei Trab und Galopp nicht hochzudrehen, sondern ruhig und kontrolliert mitzulaufen.
Lass dir für diese Übergänge ausreichend Zeit. Ein sicherer Ausritt erfordert, dass du beide Tiere souverän koordinieren kannst, ohne dabei selbst in Stress zu geraten.
Rechtliche Aspekte und Haftung
Ein Hundeführerschein kann dir rechtliche Vorteile bringen und ist in einigen Bundesländern Pflicht. Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung bleibt für beide Tiere zwingend erforderlich.
Wenn du mit Hund und Pferd im öffentlichen Raum oder im Wald unterwegs bist, trägst du eine hohe Verantwortung. Neben der praktischen Ausbildung spielen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. In Wäldern und auf Feldwegen gelten strenge Vorschriften bezüglich der Leinenpflicht, insbesondere während der Brut- und Setzzeit. Ein nachgewiesener Grundgehorsam, den du durch eine anerkannte Prüfung belegen kannst, ist hier oft ein großer Vorteil, um Behördenvertretern zu zeigen, dass du deinen Hund unter Kontrolle hast.
Die Regelungen zur Sachkunde variieren in Deutschland stark. Wenn du beispielsweise den Hundeführerschein in Niedersachsen absolvierst, kommst du einer gesetzlichen Pflicht nach, die dort ausnahmslos für alle Erst-Hundehalter gilt. Auch in anderen Regionen gibt es spezifische Vorgaben, etwa für bestimmte Hunderassen oder Größenklassen. So müssen Halter großer Hunde oft den Hundeführerschein in Nordrhein-Westfalen vorweisen, der dort als Sachkundenachweis gefordert wird. Wer diese offiziellen Dokumente besitzt, kann bei Kontrollen durch den Förster oder das Ordnungsamt sofort belegen, dass er sachkundig ist.
Trotz aller Vorsicht und bestem Training bleibt ein Restrisiko, wenn zwei Tiere aufeinandertreffen. Die gesetzliche Tiergefahr sieht vor, dass du als Halter für Schäden aufkommst, die deine Tiere verursachen. Erschreckt dein Hund beispielsweise dein Pferd, woraufhin dieses sich losreißt und einen Verkehrsunfall verursacht, kann das schnell teuer werden. Daher ist eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung für beide Tiere – sowohl für den Hund als auch für das Pferd – absolut unverzichtbar. Achte bei den Versicherungsbedingungen für den Hund explizit darauf, dass das Führen vom Pferd aus mit abgedeckt ist. So bist du nicht nur praktisch, sondern auch rechtlich bestens für eure gemeinsamen Ausritte gewappnet.
Wenn du bereit bist, das wichtige Grundlagentraining offiziell anzugehen, findest du alle nötigen Informationen zu Kursen und Prüfungen direkt auf unserem Portal für den Hundeführerschein.



